Veränderung. Immer wieder. Sie ist. Wo keine Veränderung ist, sind Stillstand und Tod.
Manchmal macht sie auch Angst. Angst, was die Nebel der Zukunft verbergen. Was das bedeuten könnte.
Eine kleine Stimme meldet sich. Sie spricht von Freiheit, Loslassen und Eigeninitiative. Sie kichert ein bisschen.
Und mein Fräulein Rottenmeier hüstelt gekünstelt, während sie sich abwendet. Sie trägt meine Angst. Nicht richtig zu sein. Nicht gut genug zu sein. Perfektionismus als Schutzmauer dagegen. Das hat sie kultiviert. Doch die Fassade bröckelt. Die Balken ächzen und das Gemäuer stöhnt. Meine Kontrolle. Meine starke Kontrolle. Sie hat mich lange begleitet und behütet. Sie war mir Stärke und Kraft. Sie ist dabei zu gehen. Und genau dort lauert die Angst. Was ist, wo sie nicht ist? Was wird geschehen? Wohin führt dieser Weg? Fräulein Rottenmeiers Phantasien sind düster … doch das ist Fräulein Rottenmeier.
Die Kleine spitzt um die Ecke und erzählt von Lebendigkeit. Von befreiten Gefühlen. Von glucksendem Kichern und schallendem Lachen. Von mehr Freude, Trauer, Wut und Scham. Von dem Auftauchen all dieser, viel zu früh, unterdrückten Gefühle. Weggeschoben, vergessen, vermisst, doch nicht verloren. Letztlich sieht sie Ganzheit, heil werden, Präsenz und klare Ausrichtung.



